Arbeitspsychologie · ASchG · Wien
Evaluierung psychischer Belastungen am Arbeitsplatz
Die Evaluierung psychischer Belastungen ist Teil der gesetzlich vorgesehenen Arbeitsplatzevaluierung nach dem ArbeitnehmerInnenschutzgesetz (ASchG).
Im Mittelpunkt steht dabei nicht die psychische Gesundheit einzelner Mitarbeiter:innen. Untersucht werden jene Bedingungen, unter denen Arbeit stattfindet: Arbeitsabläufe, Aufgaben, Organisation, Arbeitsumgebung sowie Kommunikation und Zusammenarbeit.
Ich begleite Unternehmen bei der Planung, Durchführung und Dokumentation der Evaluierung psychischer Belastungen – arbeitspsychologisch fundiert, pragmatisch und mit einem klaren Fokus auf umsetzbare Maßnahmen.
In Wien und österreichweit.
Was wird bei der Evaluierung untersucht?
Psychische Belastungen entstehen aus den Bedingungen, unter denen Menschen arbeiten. Entscheidend ist daher nicht die individuelle Belastbarkeit einzelner Personen, sondern die Gestaltung der Arbeit.
Im Rahmen der Evaluierung werden insbesondere vier Bereiche betrachtet:
ARBEITSAUFGABEN UND TÄTIGKEITEN
Zum Beispiel Arbeitsmenge, Anforderungen, Verantwortung, Handlungsspielräume oder emotionale Belastungen.
ORGANISATIONSKLIMA
Zum Beispiel Zusammenarbeit, Kommunikation, Informationsfluss, Führungsverhalten oder vorhandene Unterstützung.
ARBEITSUMGEBUNG
Zum Beispiel Lärm, Raumklima, Beleuchtung, Arbeitsplatzgestaltung oder störende Arbeitsbedingungen.
ARBEITSABLÄUFE UND ARBEITSORGANISATION
Zum Beispiel Zeitdruck, Unterbrechungen, Schnittstellen, Zuständigkeiten oder Arbeitsprozesse.
Ziel ist es, relevante Belastungsfaktoren systematisch zu erkennen und Arbeitsbedingungen dort zu verbessern, wo konkrete Gestaltungsmöglichkeiten bestehen.
Wie läuft eine Evaluierung psychischer Belastungen ab?
PLANUNG
Gemeinsam werden Ausgangssituation, Unternehmensstruktur, Tätigkeitsgruppen und das geeignete Vorgehen geklärt.
ERMITTLUNG UND BEURTEILUNG
Mit geeigneten arbeitspsychologischen Verfahren werden relevante Belastungsfaktoren erfasst und beurteilt.
Je nach Organisation können beispielsweise standardisierte Befragungen, moderierte Gruppenverfahren, Interviews oder Beobachtungsverfahren eingesetzt werden.
MASSNAHMENENTWICKLUNG
Aus den Ergebnissen werden gemeinsam konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen entwickelt.
Dabei geht es nicht darum, möglichst viele Maßnahmen zu produzieren. Entscheidend sind Maßnahmen, die an den tatsächlichen Ursachen ansetzen und im Arbeitsalltag umsetzbar sind.
DOKUMENTATION UND UMSETZUNG
Ergebnisse und Maßnahmen werden nachvollziehbar dokumentiert. Verantwortlichkeiten und weitere Umsetzungsschritte werden geklärt.
WIRKSAMKEITSKONTROLLE
Nach der Umsetzung wird überprüft, ob die gesetzten Maßnahmen tatsächlich zu einer Verbesserung der Arbeitsbedingungen geführt haben.
Fragebogen, Interviews oder Fokusgruppen?
Es gibt nicht das eine Verfahren, das für jedes Unternehmen gleichermaßen geeignet ist.
Die Wahl der Methode hängt unter anderem von Unternehmensgröße, Tätigkeitsgruppen, Organisationsstruktur und Ausgangssituation ab.
Standardisierte Befragungen ermöglichen einen strukturierten Überblick über größere Organisationseinheiten. Moderierte Gruppenverfahren und Fokusgruppen ermöglichen dagegen eine vertiefte Analyse konkreter Arbeitsbedingungen und unterstützen unmittelbar bei der Entwicklung passender Maßnahmen.
In vielen Organisationen ist eine Kombination verschiedener Zugänge sinnvoll.
Entscheidend ist nicht, möglichst viel zu messen, sondern jene Belastungsfaktoren zu identifizieren, aus denen sich konkrete Verbesserungen der Arbeitsbedingungen ableiten lassen.
Von der Evaluierung zur tatsächlichen Veränderung
Eine Evaluierung ist dann sinnvoll, wenn aus Ergebnissen konkrete Veränderungen entstehen.
Deshalb endet meine Begleitung nicht bei einem Ergebnisbericht.
Was können wir an den Arbeitsbedingungen konkret verändern?
Gemeinsam mit Führungskräften, Mitarbeiter:innen und – je nach Organisation – weiteren relevanten Funktionen werden realistische Maßnahmen entwickelt, priorisiert und für die Umsetzung vorbereitet.
So wird aus einer gesetzlichen Verpflichtung ein strukturierter Blick auf Zusammenarbeit, Organisation und Arbeitsgestaltung.
Arbeitspsychologische Begleitung
Als Arbeits- und Organisationspsychologe verbinde ich die gesetzlichen Anforderungen der Arbeitsplatzevaluierung mit einem organisationspsychologischen Blick auf die tatsächliche Arbeitssituation.
Dabei stehen für mich drei Dinge im Vordergrund:
FUNDIERT.
Einsatz geeigneter arbeitspsychologischer Verfahren und Orientierung an den Anforderungen des ArbeitnehmerInnenschutzes.
PRAGMATISCH.
Der Umfang und die Methodik werden an die tatsächliche Organisation angepasst.
UMSETZUNGSORIENTIERT.
Das Ziel ist nicht ein umfangreicher Bericht, sondern eine nachvollziehbare Evaluierung und konkrete Verbesserungen der Arbeitsbedingungen.
Häufige Fragen
Ist die Evaluierung psychischer Belastungen verpflichtend?
Psychische Belastungen sind im Rahmen der Arbeitsplatzevaluierung nach dem ArbeitnehmerInnenschutzgesetz zu berücksichtigen. Dabei werden arbeitsbedingte psychische Belastungsfaktoren ermittelt und beurteilt und erforderliche Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen festgelegt.
Werden dabei Mitarbeiter:innen psychologisch untersucht?
Nein. Gegenstand der Evaluierung sind die Arbeitsbedingungen und nicht die psychische Gesundheit oder Persönlichkeit einzelner Mitarbeiter:innen.
Welche Methode eignet sich für unser Unternehmen?
Das hängt von Größe, Struktur, Tätigkeitsgruppen und Ausgangssituation ab. Möglich sind beispielsweise standardisierte Befragungen, Gruppenverfahren, Interviews oder Beobachtungsverfahren. Die passende Methodik wird im Rahmen der Planung festgelegt.
Können Fokusgruppen eingesetzt werden?
Ja. Moderierte Gruppenverfahren können insbesondere dabei helfen, konkrete Belastungsfaktoren zu verstehen und gemeinsam geeignete Maßnahmen zu entwickeln.
Wie lange dauert eine Evaluierung?
Das hängt wesentlich von Unternehmensgröße, Anzahl der Tätigkeitsgruppen, gewählter Methode und vorhandenen Strukturen ab. Nach einem Erstgespräch lässt sich der notwendige Umfang in der Regel gut abschätzen.
Was kostet eine Evaluierung psychischer Belastungen?
Auch die Kosten hängen von Größe und Komplexität der Organisation sowie vom gewählten Verfahren ab. Nach einer kurzen Klärung der Ausgangssituation kann der erforderliche Umfang definiert und ein transparentes Angebot erstellt werden.
Muss eine Evaluierung wiederholt werden?
Die Evaluierung ist kein einmaliges Projekt für alle Zeiten. Veränderungen der Arbeitsbedingungen oder andere relevante Anlässe können eine Überprüfung und gegebenenfalls Anpassung erforderlich machen. Auch die Wirksamkeit gesetzter Maßnahmen ist zu überprüfen.
Psychische Belastungen professionell evaluieren
Sie möchten eine Evaluierung psychischer Belastungen durchführen, eine bestehende Evaluierung überprüfen oder klären, welches Vorgehen für Ihre Organisation geeignet ist?
In einem unverbindlichen Erstgespräch können wir Ausgangssituation, Umfang und ein sinnvolles Vorgehen gemeinsam klären.